Die Freiwillige Feuerwehr steht kurz vor dem Aus. Vielerorts gibt es immer weniger aktive Feuerwehrleute.

 


Die Freiwillige Feuerwehr steht kurz vor dem Aus. Vielerorts gibt es immer weniger aktive Feuerwehrleute.
Der Großteil der Bevölkerung glaubt, dass die Freiwillige Feuerwehr nur im ländlichen Raum vertreten ist. Diese Ansicht ist aber verkehrt, denn selbst in Millionen Städten wie München oder Köln stellen freiwillige Feuerwehren eine wichtige Stütze im Notfallsystem dar.Vielen ist nicht bewusst, wer „die Feuerwehr“ überhaupt ist. Es wird angenommen, dass „die Feuerwehr“ mit der Berufsfeuerwehr gleichzusetzen ist.  Das ist ein Irrtum, denn Feuerwehraufgaben übernehmen zum großen Teil Freiwillige, die neben ihren Hauptberuf einen weiteren Beruf, nämlich den Dienst für die Feuerwehr ausüben. Dieser Dienst ist nicht nur ein nettes Hobby die gerne mit dem Feuer spielen. Sondern es ist die Säule des deutschen Notfall- und Katastrophensystems, die den Bürgern einen Sicherheitsstandard gewährt, der zu den besten weltweit zählt.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Aufrechterhalten dieses Sicherheitsstandards hat für die Freiwilligen auch einen hohen Preis

 

Ständige Verfügbarkeit, während der Arbeitszeit oder in der Nacht belasten die Feuerwehrleute zunehmend. Auch die steigende Unvereinbarkeit von Beruf und den Dienst bei der Feuerwehr erschweren die Situation zunehmend. Denn viele Arbeitgeber sind nicht mehr bereit in Notfällen ihre im dienststehenden Arbeitnehmer freizustellen. Dazu pendeln immer mehr Feuerwehrleute, was eine örtliche Einsatzbereitschaft zusätzlich stark erschwert. Diese Umstände machen die Feuerwehr bei jungen Leuten immer unattraktiver. Auch das neu ins Bewusstsein tretende erhöhte Krebsrisiko bei Brandbekämpfungseinsätzen schreckt Interessierte zusätzlich ab. Denn viele Feuerwehren sind technisch und organisatorisch noch nicht in der Lage, das Krebsrisiko aktiv durch entsprechende Maßnahmen zu senken.
Dieser chronische Feuerwehrmangel lässt sich seit Jahren nicht aufhalten und kann immer öfters nur durch das ausrücken der Nachbarfeuerwehr kompensiert werden. Die Nachbarfeuerwehren kennen sich aber in den Ortschaften oft nicht gut aus. Das birgt ein weiteres Gefahrenpotenzial und ersetzt die Feuerwehr vor Ort nur bedingt.

 

 

 

 

Was kann man gegen die Nachwuchsprobleme tun?

 

 

 

 

Bereits Kinder für die Feherwehr begeistern


Deutschlandweit sind schon viele Kinderfeuerwehren vertreten. Kinder sollten aber noch mehr für die Feuerwehr, wie im Kindergarten und Grundschulen begeistert werden. Gerade Jugendwärter können hier einen sehr wertvollen Beitrag leisten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Werbung


Die Feuerwehr muss mit knackiger Werbung Bürger, Kommunen und Politiker aufrütteln und Vorteil der Feuerwehr aufzeigen. Die Feuerwehr sollte nicht als selbstverständlich angesehen werden und muss wieder mehr in den Dialog treten. Dazu muss sich die Feuerwehr stark im Vorfeld überlegen, wie sie Anreize schaffen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frauen anwerben


Da die Feuerwehr schon immer eine Männerdomäne war, haben sich viele Frauen mit der Feuerwehr nicht identifizieren können. Gerade Frauen bringen Kompetenzen mit, die bei der Feuerwehr noch nicht weit verbreitet sind.  Dazu haben es in den Berufsfeuerwehren kaum Frauen über die Laufbahngruppe 1 hinaus geschafft und sind somit kaum in höheren Positionen vertreten.
Spezielle Personalentwicklungspläne für Frauen bei der Feuerwehr können ein klares Zeichen setzen und offene Vakanzen so schneller (weiblich) ausfüllen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Migranten bei der Feuerwehr einsetzen


Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Integration fördern und den Personalmangel der Feuerwehr abbauen. Aus diesem Grund möchte der Landesfeuerwehrverband in den nächsten Monaten verstärkt die neue Zielgruppe anwerben. Hier muss aber parallel auf die entsprechende Sprachförderung geachtet werden um die Integration zu erleichtern sowie die Migranten für den Feuerwehreinsatz überhaupt einsatzbereit zu machen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ersetzen der Freiwilligen Feuerwehr mit der Berufsfeuerwehr


Würde man die Freiwillige Feuerwehr mit der Berufsfeuerwehr ersetzen, hätte man ein nicht finanzierbares Sicherheitssystem, oder der der Sicherheitsstandard müsste spürbar reduziert werden. Die gesetzliche Rettungsfrist beträgt in Deutschland 10 Minuten. In anderen Ländern teilweise über 30 Minuten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Gesellschaft muss sich bewusst sein, dass unser Sicherheitssystem nur funktionieren kann, wenn jeder sich in einer bestimmten Form engagiert.