Feuerkrebs - Gesellschaft zur Förderung und nachhaltigen Verbesserung der Gesundheits- und Arbeitsbedingungen von Feuerwehrleuten

 

 

 

Atemschutzeinsätze sind lebensgefährlich

Zahlreiche Einsatzkräfte sind in den vergangenen Jahren schwer und sogar tödlich verletzt worden. Es gibt offensichtliche Gefahren, wie zum Beispiel Rauchvergiftungen, Verbrennungen durch - oft in Filmen spektakulär dargestellte - Flashover und Backdrafts oder auch einstürzende Gebäudeteile. Jedoch lauert eine andere, zunächst nicht so sichtbare Bedrohung auf die Einsatzkräfte, die einen schleichenden Tod verursachen kann. Gemeint sind Krebserkrankungen, die als Folge von Kontaminationen durch toxischen und karzinogenen Rauch und/oder feine Partikel während des Einsatzes und danach entstehen können.

 

 

Alltag heißt: Leben retten unter Einsatz des eigenen Lebens


Um 7.30 Uhr erreicht ein Notruf über einen Wohnungsbrand eine Feuerwache irgendwo in Deutschland. Schnell sind die Retter am Einsatzort und sehen, wie Flammen aus einer Wohnung im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses schlagen. Eine Drehleiter wird in Stellung gebracht, um über einen Wasserwerfer zu löschen. Gleichzeitig rückt der Angriffstrupp von der Vorderseite des Gebäudes vor. Der Feuerwehrmann auf der Drehleiter sieht am Fenster über der Brandwohnung mehrere Personen, darunter sind auch Kinder. Sie rufen verzweifelt um Hilfe. Der Angriffstrupp kann die Eingeschlossenen nicht erreichen, da das gesamte, aus Holz bestehende Treppenhaus lichterloh in Flammen steht. Es bleibt dem Drehleiterführer keine Zeit mehr herunterzufahren und das Atemschutzgerät anzulegen. Kurzentschlossen und beherzt handelt der Hauptbrandmeister und fährt den Korb der Drehleiter bis an das Fenster zu den von Rauch und Flammen eingeschlossenen Menschen. Unter Einsatz seines Lebens rettet er die Familie mit dem mittlerweile von Rauch umhüllten Drehleiterkorb aus dem brennenden Gebäude.

 

Er ist „ein Held“, heißt es in den Medien, und die Geretteten werden immer dankbar sein. Doch der vielumjubelte Retter in dem reellen Fall von damals ist mittleerweile an Krebs - an einem Hodgkin Lymphom - erkrankt. Eine Ursache dieser Erkrankung sind unter anderem laut eines am 20. März 2015 veröffentlichten Whitepapers einer Expertengruppe der WHO (IARC International agency on research of cancer), polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die bei fast jedem Brand in den Rauchgasen in großer Konzentration freigesetzt werden.
Feuerwehrleute nehmen diese toxischen und karzinogenen Stoffe über die ungeschützten Atemwege, aber auch über die offenen Poren der Haut auf. Durch zahlreiche repräsentative internationale Studien wurde nachgewiesen, dass bei Feuerwehrleuten das Risiko, an Krebs zu erkranken, bereits nach wenigen Jahren im Einsatzdienst auf bis zu 30 Prozent steigt. Dennoch wird Krebs in Deutschland anders als zum Beispiel in Kanada nicht als Berufskrankheit anerkannt, und die Retter und ihre Familien werden mit den Folgen allein gelassen.

 

 

Feuerwehrleute gründen Hilfsorganisation für Feuerwehrleute


Im Sommer 2016 entschlossen sich einige Feuerwehrleute, eine Gesellschaft zu gründen, die sich dieser Problematik annimmt und nach Lösungen sucht, um die Einsatzkräfte zu schützen. „Wir wollen den Kolleginnen und Kollegen sowie ihren Familien unbürokratisch helfen und sie in ihrem Schicksal nicht alleine stehen lassen. Wir wollen erreichen, dass ausgewählte Krebserkrankungen als Berufskrankheit bei Feuerwehreinsatzkräften anerkannt werden. Alternativ dazu muss eine rechtliche Entschädigungsgrundlage geschaffen werden“, erklärt Marcus Bätge, selbst seit mehreren Jahren Feuerwehrmann und einer der Gründer der Gesellschaft.

 

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